Kurze Fakten: Die palästinensische Nakba (Katastrophe)

Deutsche Übersetzung des Textes „Quick Facts: The Palestinian Nakba“ vom IMEU:


Die Nakba („Katastrophe“ auf Arabisch) bezeichnet die gewaltsame Vertreibung von etwa drei Vierteln aller Palästinenser*innen aus ihren Häusern und ihrer Heimat durch zionistische Milizen und die neue israelische Armee während der Gründung des Staates Israel (1947–49).

Die Nakba war eine bewusste und systematische Maßnahme mit dem Ziel, einen jüdischen Mehrheitsstaat in Palästina zu errichten. Untereinander benutzten zionistische Führer das Wort „Transfer“ als Euphemismus für das, was man heute ethnische Säuberung nennen würde.

Die Wurzeln der Nakba und der bis heute andauernden Probleme in Palästina/Israel liegen in der Entstehung des politischen Zionismus Ende des 19. Jahrhunderts. Einige europäische Jüdinnen und Juden – beeinflusst vom damaligen Nationalismus – kamen zu dem Schluss, dass ein jüdischer Staat in Palästina die Lösung für den Antisemitismus in Europa und Russland sei. Sie begannen als Kolonisten nach Palästina auszuwandern und enteigneten dabei die indigene muslimische und christliche Bevölkerung.

Im November 1947, nach dem Zweiten Weltkrieg und der Shoah, beschloss die neu gegründete UNO einen Teilungsplan, der Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat aufteilen sollte – gegen den Willen der mehrheitlich indigenen palästinensisch-arabischen Bevölkerung. Der Plan sprach dem jüdischen Staat 56 % des Landes zu, obwohl Jüdinnen und Juden nur etwa 7 % des privaten Landes besaßen und nur etwa 33 % der Bevölkerung ausmachten – ein großer Teil davon erst kurz zuvor aus Europa eingewandert. Der arabisch-palästinensische Staat sollte nur 42 % des Landes umfassen, obwohl Musliminnen und Christinnen die große Mehrheit stellten. Jerusalem sollte unter internationale Verwaltung gestellt werden.
(Karten zum Teilungsplan und den Waffenstillstandslinien von 1949 finden sich online.)

Unmittelbar nach der Verabschiedung des Teilungsplans begannen zionistische Milizen mit der Vertreibung von Palästinenser*innen – Monate bevor die Armeen benachbarter arabischer Staaten eingriffen. Am Ende kontrollierte der neue Staat Israel 78 % Palästinas. Die verbleibenden 22 % – Westjordanland, Ostjerusalem und Gaza – fielen unter die Kontrolle Jordaniens bzw. Ägyptens. Im Krieg von 1967 besetzte das israelische Militär diese Gebiete und begann bald mit deren Kolonisierung.


Zahlen zur Nakba


Weiterführende Informationen (auf Englisch):

Quelle: IMEU – https://imeu.org/article/quick-facts-the-palestinian-nakba


MACHT MIT.

WIDERSTAND IST DIE MENSCHLICHE REAKTION AUF UNGERECHTIGKEIT.

SUBSTACK

INSTAGRAM

SIGNAL

Bleib informiert!


Schaut euch auch den Rest unserer Artikel an:


Comments

Ein Kommentar zu „Kurze Fakten: Die palästinensische Nakba (Katastrophe)“

  1. […] mehr als zwei Millionen palästinensische Flüchtlinge. Das sind die Nachkommen der Opfer der Nakba, der großen Vertreibung von 1947 bis 1949. Etwa 800.000 PalästinenserInnen mussten damals ihre […]

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von tadamun

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Entdecke mehr von tadamun

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen