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Schlagwort: Nelson

  • Speech – Zusammen gegen Genozid

    Speech – Zusammen gegen Genozid

    We witnessed a live streamed genocide in Gaza. We saw the bodies of children hanging on fences and babies shot in the head. Parents losing the soul of their souls. We must ask ourselves how this can be possible. How can this kind of violence exist? Let alone be justified?

    It happens with the full consent of our politicians. They are not misinformed. These politicians know better than you and me—better than all of us—the extent of the suffering and destruction in Palestine. And they know something else:

    Normalizing the violence in Palestine is necessary in order to import this violence here.

    These same politicians in Germany and America also know the role Palantir plays in the genocide. Palantir also openly admitted that its technology kills people in Gaza:

    “Mostly terrorists,” as Palantir’s CEO admitted.

    But who is a terrorist and who is not? Who deserves to live and who does not? Over 70,000 people killed. Mostly women and children. Genocide.

    The same platform is used by ICE to decide who belongs and who does not. Who stays and who is removed.

    Over 2 million people deported in the first 250 days of the Trump administration.

    We have to ask: why did the Baden-Württemberg state pay 25 million euros to bring Palantir into the police? For Palantir’s surveillance and AI platform?

    To help decide who is a “problem in the Stadtbild”?

    Who is a “dangerous migrant”?

    Who is an “antisemite”?

    The reason we do not feel safe in Germany is because we know:

    The violence in Gaza, in Sudan, in Congo is what normalizes the violence here.

    The fascists of today no longer wear brown shirts. They wear blue (police) uniforms.

    Palantir sits at the intersection of our struggles: against surveillance, against capitalism, against Zionism, against racism, against police violence and against deportations.

    Alone, we cannot do much against these systems of oppression—but together we have a chance. As long as borders exist, our freedom here is a privilege.

    From Gaza to Sudan. From Congo to Ecuador. From Brazil to the West Bank.

    For justice.

    For Lorenz, for Rahma, for Nelson.

    For Hanau. For Solingen.

    Get organized. On 13th december we are planning demonstrations throughout Baden-Württemberg against Palantir.

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  • Im Gedenken an Nelson

    Im Gedenken an Nelson

    Photo credit: Xenia Gomes Adães

    Am 1. August 2025 starb der 15-jährige Nelson, ein Schwarzer Jugendlicher, in der Justizvollzugsanstalt Ottweiler. Die Staatsanwaltschaft erklärte schnell, es handele sich um Suizid. Auch die Obduktion habe „keine Hinweise auf Fremdeinwirkung“ ergeben.

    Doch Mitinhaftierte berichten eine andere Geschichte. Sie sagen, Nelson sei kurz vor seinem Tod von mindestens einem Justizbeamten getreten und geschlagen worden – angeblich wegen gestohlener Süßigkeiten. Kurz danach war Nelson tot.

    Aus Protest weigerten sich 17 Gefangene, nach der Freistunde in ihre Zellen zurückzukehren. Sie forderten Gerechtigkeit für Nelson und prangerten die schlechten Haftbedingungen an. Ein Spezialeinsatzkommando wurde geschickt, um den Protest niederzuschlagen. Drei Inhaftierte, die als „Rädelsführer“ gelten, wurden inzwischen in Gefängnisse nach Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg verlegt – andere müssen ebenfalls mit Konsequenzen rechnen.

    Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Beamte wegen Körperverletzung. Nelsons Vater hat Strafanzeige gestellt. Viele Fragen bleiben offen: Warum war Nelson überhaupt in Haft? War er schon verurteilt oder noch in Untersuchungshaft? Und warum wurde er fünf Wochen lang in „sicherer Verwahrung“ isoliert und zusätzlich per Video überwacht?

    Familie, Freund:innen und die Community trauern um Nelson, der als fröhlicher und hilfsbereiter Junge beschrieben wird. Er war 15 Jahre alt. Ein Kind.


    Rassismus und Straflosigkeit

    Sowohl die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) als auch die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) machen deutlich: Nelsons Tod ist kein tragischer Einzelfall, sondern Teil eines tödlichen Systems, das von strukturellem Rassismus und institutioneller Verantwortungslosigkeit geprägt ist.

    Die ISD verweist auf die gemeinsame Kampagne Death in Custody, die zwischen 1990 und 2022 mindestens 203 Todesfälle von rassifizierten Menschen in polizeilichem oder justiziellem Gewahrsam dokumentiert hat. Von Rassismus betroffene Menschen sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, in staatlichem Gewahrsam zu sterben.

    KOP betont, dass Gefängnisse Orte staatlicher Repression, Kontrolle und Überwachung sind, die Menschen brechen und isolieren, aber keine gesellschaftlichen Probleme lösen. Nelsons Tod reiht sich ein in eine lange Kontinuität tödlicher rassistischer Gewalt: Oury Jalloh, Ferhat Mayouf, Rachid S., Fartoun Haroun Ali, Rooble Warsame, Laye-Alama Condé. Immer wieder heißt es offiziell: „Kein Hinweis auf Fremdverschulden.“ Immer wieder bleiben Familien und Communities mit Trauer zurück – während Täter:innen straflos bleiben.

    ISD und KOP fordern gemeinsam:

    • eine unabhängige, öffentliche und umfassende Untersuchung von Nelsons Tod
    • volle Transparenz statt Schweigen
    • keine Repression gegen die Mitinhaftierten
    • die sofortige Suspendierung der beschuldigten Beamten
    • die Einführung einer bundesweiten Meldepflicht für alle Todesfälle in Gewahrsam

    Nelsons Leben zählt. Gerechtigkeit für Nelson heißt: Wahrheit, Verantwortung, Veränderung.

    https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/demo_suizid_jva_ottweiler_100.html

    Spendenaufruf

    Nelsons Vater steht nun alleine da – mit Trauer und der Last, für Gerechtigkeit kämpfen zu müssen. Er braucht Unterstützung, um die Kosten für Anwält:innen, die Beerdigung und ein unabhängiges medizinisches Gutachten zu tragen.

    Unterstützt den Spendenaufruf auf GoFundMe


    In Freiburg haben wir zusammen mit anderen Guppen eine Kundgebung organisiert, um Gerechtigkeit für Nelson zu fordern.

    Wir fordern:

    1. Die unabhängige & lückenlose Aufklärung von Nelsons Tod.
    2. Die sofortige Suspendierung der beschundigten Beamten.
    3. Eine öffentliche Erklärung des Justizministeriums über die Erkenntnisse & Maßnahmen.
    4. Die Überprüfung des Umgangs mit Minderjährigen im Stafvollzug.
    5. Schutz vor rassistischer Gewalt – auch hinter Gefängnismauern.


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