Siedlerkolonialismus und die Eliminierung des Indigenen

Dieser Artikel stellt Patrick Wolfes (1949–2016) Aufsatz „Settler Colonialism and the Elimination of the Native“ (2006) vor und fasst seine Hauptgedanken verständlich zusammen. Er ist als erster Schritt gedacht, um Wolfes Ansatz in eine deutschsprachige Diskussion über Zionismus und Siedlerkolonialismus einzubringen.

Patrick Wolfe ist wichtig, weil seine Texte international zu den meistgenutzten Grundlagen im Feld der Settler Colonial Studies zählen. Sein Aufsatz wird immer wieder herangezogen, wenn es darum geht, Siedlerkolonialismus vergleichend zu analysieren—also nicht nur in einem Land oder einer Region, sondern über verschiedene Kontexte hinweg.

Im deutschen Diskurs prägt die Formel der „Staatsräson“ bis heute, wie über Palästina/Israel und Siedlerkolonialismus gesprochen wird. Das wirkt auch auf den Umgang mit Deutschlands eigener kolonialer Geschichte zurück, etwa in Namibia. Wolfes Ansatz hilft, Siedlerkolonialismus als wiederkehrendes Muster über verschiedene Kontexte hinweg vergleichbar zu machen. Dieser Text führt seinen Aufsatz ein, um dafür ein präziseres Vokabular bereitzustellen – sowohl für den akademischen Diskurs als auch für aktivistische Räume.

Originalaufsatz: Settler Colonialism and the Elimination of the Native


Die Modernität des Kolonialismus

Es ist ein Fehler, Kolonialismus als „vormodern“ zu betrachten. Im Gegenteil: Siedlerkolonialismus war grundlegend für die Moderne. Wolfe widerspricht damit einem verbreiteten Missverständnis: der Idee, die Industrielle Revolution sei ein rein „metropolitanes“ Phänomen gewesen, also etwas, das isoliert im europäischen Zentrum stattgefunden habe. Moderne entstand nicht nur in den Fabriken von London oder Berlin. Sie brauchte koloniales Land und koloniale Arbeit, um Rohstoffe zu produzieren. Gleichzeitig brauchte sie metropolitane Fabriken und ein industrielles Proletariat, um diese Rohstoffe zu verarbeiten. Der enteignete Aborigine, der versklavte Afroamerikaner oder der vertraglich gebundene Asiate ist deshalb ebenso „modern“ wie der Fabrikarbeiter oder der Bürokrat in der Metropole.

Dass ein Mensch als Sklave in Ketten liegt, macht ihn nicht „mittelalterlich“. Er ist ein zentraler Bestandteil der modernen Industriemaschine.

Getrieben wurde das durch internationale Marktkräfte. Sie verbanden etwa australische Wolle mit Fabriken in Yorkshire. Das wiederum hing mit Baumwolle zusammen, die unter verschiedenen kolonialen Bedingungen in Indien, Ägypten und den Sklavenstaaten des amerikanischen Südens produziert wurde. Die Moderne allein erklärt jedoch noch nicht die unersättliche Dynamik, durch die Siedlerkolonialismus immer mehr Land benötigt. Am nächsten liegt hier die Landwirtschaft. Sie fungiert als physisches Vehikel dieser endlosen Expansion.


Invasion ist eine Struktur

Siedlerkolonialismus zerstört nicht beliebig, sondern gezielt, um zu ersetzen. Territorialität – also das Streben nach Land – ist sein spezifisches, irreduzibles Element. In diesem Sinn liegt der zentrale Unterschied zum Kolonialismus darin, dass dieser primär auf die Ausbeutung von Arbeit und Ressourcen zielt, während Siedlerkolonialismus im Kern auf Land zielt: auf dauerhafte Aneignung, Besiedlung und Ersetzung.

Ackerbau hat dabei nicht nur eine zentrale wirtschaftliche Rolle. Er ist auch ein mächtiges Symbol siedlerkolonialer Identität. Durch die lebensnotwendige Verbindung mit dem Boden steht Ackerbau für Beständigkeit: „Ich bin gekommen, um zu bleiben.“ Gleichzeitig frisst sich Ackerbau durch seine unaufhörliche Expansion progressiv in indigenes Territorium hinein. Das ist eine Form ursprünglicher Akkumulation: Ressourcen werden angeeignet, um eine neue Wirtschaft zu starten. Dabei werden einheimische Flora und Fauna zur schwindenden Ressource. Indigene Produktionsweisen werden zerstört.

Wolfe beschreibt Siedlerkolonialismus als Zusammenspiel zweier Dimensionen, die gleichzeitig wirken:

  • Die destruktive Dimension: Auflösung indigener Gesellschaften.
  • Die konstruktive Dimension: Aufbau einer neuen kolonialen Gesellschaft auf enteignetem Land.

Eine zentrale Idee Wolfes lautet in diesem Sinne folgendermaßen: Siedlerkolonisatoren „kommen, um zu bleiben“. Deshalb ist Invasion eine Struktur und kein Ereignis. Im konstruktiven Aspekt wird Eliminierung zum Organisationsprinzip der siedlerkolonialen Gesellschaft. Sie ist kein einmaliges Vorkommnis, das irgendwann abgeschlossen ist und dann in Vergessenheit gerät. Indigene Menschen werden entweder in Abhängigkeit von der Siedlerökonomie gedrängt. Oder sie werden durch Enteignung, eingeschränkte Mobilität und den Entzug von Lebensgrundlagen so stark unter Druck gesetzt, dass Widerstand naheliegt—von alltäglicher Verweigerung bis hin zu offener Gegenwehr.

Diese Gegenwehr wird dann häufig als „Sicherheitsproblem“ gerahmt. Das dient als klassischer Vorwand, um Repression, Kollektivstrafen und eskalierende Gewalt als angeblich notwendige Maßnahmen zu legitimieren. Die ursprüngliche Triebkraft bleibt jedoch die territoriale Ersetzung. Gewalt ist außerdem nur eine von mehreren Methoden der Eliminierung.


Die Logik der Eliminierung

Land ist Leben. Deshalb sind Kämpfe um Land oft Kämpfe um das Leben selbst. Bei Wolfe ist das primäre Motiv der Eliminierung nicht Rasse, Religion oder ethnische Zugehörigkeit. Entscheidend ist der Zugriff auf Territorium und die Möglichkeit, es dauerhaft zu besetzen und zu verwerten. Rassifizierung spielt trotzdem eine zentrale Rolle. Sie ist weniger „Ursache an sich“ als eine Grammatik der Klassifikation und Legitimierung, die Enteignung, Kontrolle und Gewalt administrierbar und politisch vermittelbar macht.

Siedlerkolonialismus ist von Natur aus eliminatorisch, aber nicht ausnahmslos genozidal.

„Eliminierung“ meint bei Wolfe mehr als die summarische Liquidation indigener Völker, auch wenn sie diese einschließt. Gemeint ist ein Repertoire von Praktiken, das auf die Beseitigung indigener Präsenz als politische und territoriale Tatsache zielt. Weil Siedlerkolonialismus zugleich eine komplexe soziale Formation und ein fortlaufender Prozess ist, muss er als Struktur verstanden werden und nicht als punktuelles Ereignis.

In der folgenden Tabelle sind zentrale Logiken der Eliminierung im Siedlerkolonialismus zusammengefasst und um typische Methoden sowie ihre unmittelbaren Effekte und eliminatorischen Zielpunkte ergänzt.

LogikTypische MethodenUnmittelbarer EffektEliminatorischer Zielpunkt
Offene GewaltGrenzkriege, Massaker, gezielte Tötungen; bewaffnete Vertreibungen; Zerstörung von Unterkünften und NahrungsgrundlagenAngst, Flucht, unmittelbare Demografie- und SicherheitsverschiebungenLand wird „frei“ gemacht für dauerhafte Besiedlung; Ersetzung statt nur Bestrafung​
Land über Gesetze nehmen (Enteignung per Recht)Enteignungsrecht; Raumordnung/Zonenplanung; „Staatsland“-Doktrinen; Aufenthalts- und Rückkehrverbote; Umcodierung von Landtiteln (z.B. in handelbare Parzellen/„Freeholds“)Enteignung wirkt legal/normal; kollektive Ansprüche werden juristisch unsichtbar oder ungültigZugriff auf Territorium wird strukturell gesichert; indigene Landbindung wird in settler Eigentum übersetzt​
Bewegung kontrollierenCheckpoints, Barrieren; Passierscheinregime; Sperrzonen; Fragmentierung in getrennte Räume/EnklavenAlltag, Arbeit, Versorgung und soziale Beziehungen werden unterbrochenZersplitterung kollektiver Lebensformen; regierbare Enklaven statt zusammenhängender indigener Präsenz
Lebensgrundlagen abklemmen (Versorgung kontrollieren)Einschränkung/Unterbindung von Wasser, Strom, medizinischen Gütern; Zerstörung/Stillstand von Gesundheits- und WasserinfrastrukturKrankheit, Behinderung, verkürzte Lebenserwartung; AbwanderungsdruckLeben am Ort wird dauerhaft nicht-reproduzierbar gemacht
Wegsperren und „neutralisieren“ (Strafapparat)Gefängnissystem; administrative Haft/Detention; Kriminalisierung; polizeiliche Steuerung; Institutionen als Mittel der „Resozialisierung“Ausschaltung von Widerstand; Disziplinierung; EntpolitisierungEliminierung des „Native“ als politisches Subjekt
Menschen in Kategorien einteilen (rassistische Statusordnung)Abstammungslogiken; Segregation; rechtliche Statushierarchien; Entmenschlichung/„Unassimilierbarkeit“-DiskurseRechte werden abgestuft; Gewalt/Enteignung wird legitimierbarVerwaltung von Zugehörigkeit unterstützt Eliminierung „als Indigene“ (wer zählt, wer nicht zählt)​

Wichtig ist: Diese Logik lässt sich nicht auf spektakuläre Gewalt reduzieren. Sie wirkt auch in langfristigen und weniger sichtbaren Praktiken, die Indigene als kollektives Subjekt politisch, sozial und kulturell zum Verschwinden bringen. Assimilation ist ein zentrales Beispiel. Sie zielt nicht zwingend auf die Vernichtung von Körpern, sondern auf die Auflösung von Zugehörigkeit, Kontinuität, Sprache, sozialer Reproduktion und des Anspruchs, als eigenes Volk auf eigenem Land zu existieren. Ein weiteres Beispiel sind Mobilitäts- und Raumregime. Sie regulieren Bewegungen, fragmentieren Räume und steuern Zugänge zu Land, Arbeit und Versorgung administrativ. Indigene Präsenz kann dadurch fortbestehen, wird aber in ihrer kollektiven Lebensfähigkeit systematisch geschwächt.

In dieser Perspektive müssen Indigene, um dem Siedlerkolonialismus im Weg zu stehen, nichts weiter tun, als auf ihrem Land zu bleiben—und genau deshalb werden Kategorien, Rechte und Zugehörigkeiten so umkämpft: Sie entscheiden darüber, wessen Bleiben als legitime Präsenz zählt.


Rasse entsteht durch die Zielsetzung

Wir können nicht einfach sagen, Siedlerkolonialismus oder Genozid hätten auf bestimmte „Rassen“ abgezielt, weil „Rasse“ nicht als gegeben vorausgesetzt werden kann. Stattdessen entsteht „Rasse“ durch die Zielsetzung. Sowohl Genozid als auch Siedlerkolonialismus nutzen typischerweise die Organisationsgrammatik der Rasse, um Ungleichheit zu reproduzieren. In den USA wurden schwarze Menschen und Indigene auf gegensätzliche Weise rassifiziert.

Bei schwarzen Menschen stand Arbeit im Zentrum: Schwarze Menschen wurden als Sklaven rassifiziert; das System der Sklaverei konstituierte ihr „Schwarzsein“. Die Versklavung brachte eine inklusive Taxonomie hervor. Die „Ein-Tropfen-Regel“ (One-drop rule) bedeutete, dass jede afrikanische Abstammung eine Person schwarz machte. Weil ihre Fortpflanzung den Reichtum der Besitzer vermehrte, war das System darauf ausgerichtet, möglichst viele in die Kategorie der Sklaven einzuschließen.

Bei Indigenen stand dagegen Land im Zentrum. Da indigene Völker den Zugriff auf Territorium behinderten, war ihre Bevölkerungszunahme aus Sicht des Systems kontraproduktiv. Deshalb wurde nicht-indigene Abstammung genutzt, um Indigenität über „Blutquantum“-Regelungen zu untergraben, also gerade die gegenteilige Logik: nicht einschließen, sondern ausschließen. Für indigene Völker gilt damit: Wo sie sind, bestimmt, wer sie sind—und das nicht nur nach ihrer eigenen Einschätzung. Restriktive Rassenklassifizierungen sind ein weiteres Werkzeug, um die Logik der Eliminierung voranzutreiben, denn sie engen den Kreis derer ein, die rechtlich Anspruch auf das Land erheben können.

Aus dieser Gegenüberstellung entsteht eine einfache Ordnung: Der Siedler soll am Ende der Einzige sein, der als „legitimer“ Besitzer des Landes gilt. Indigene werden durch Enteignung und Ausschluss so behandelt, als hätten sie keinen Landanspruch mehr; versklavte Schwarze werden zugleich als vererbbare, untergeordnete Arbeitskraft im System gehalten.

So kann der Siedler das Land als „leer“ darstellen und zugleich behaupten, er habe es „entwickelt“—durch Arbeit, die tatsächlich von Versklavten geleistet wurde.

Auch wenn sich die konkreten Formen der Rassifizierung je nach Kontext unterscheiden und historisch verändern, bleibt der Kern gleich: Siedlerkolonialismus erzeugt ein neues kollektives „Wir“ durch den Ausschluss des Einheimischen. Diese Logik ist grundlegend für die Figur des „Neuen Juden“ im zionistischen Projekt.


Die Produktion des „Neuen Juden“

Der „Neue Jude“ ist ein beständiges Thema des Zionismus, das direkt verkörpert, was Wolfe die Logik der Eliminierung nennt. In seinen Memoiren beschrieb der spätere israelische Premierminister Menachem Begin, wie aus „Blut, Feuer, Tränen und Asche“ ein „neues Exemplar Mensch“ geboren wurde: der „kämpfende Jude“. Für Wolfe war dies nicht nur ein kultureller Wandel, sondern eine strukturelle Notwendigkeit des Siedlerkolonialismus. Um diese neue Identität zu schaffen, musste der Siedler den Einheimischen systematisch ersetzen. In Europa war das jüdische Selbstbild oft defensiv und durch antisemitische Klischees vom „schwachen“ oder „wurzellosen“ Diaspora-Juden geprägt. In Palästina transformierte die Logik der Eliminierung dies in eine aggressiv maskuline, landwirtschaftliche Identität, die im Land verwurzelt ist.

Innerhalb dieser Transformation wurde der Einheimische gezielt als „Wanderer“ rassifiziert, um seine Vertreibung zu rechtfertigen. Der Siedler definierte den Palästinenser oft als „nomadischen Beduinen“, selbst wenn es sich um sesshafte Bauern (Fellachen) handelte. Dieser Vorwurf des Nomadismus ist eine zentrale Taktik in der Logik der Eliminierung: Wenn ein Volk als wandernd angesehen wird, hat es keine dauerhaften Ansprüche auf das Territorium. Wo die Einheimischen nicht bereits nomadisch waren, machte der Siedler dies zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Durch das Entwurzeln von Olivenbäumen und das Verbrennen von Ernten zerstörte der Siedler die indigenen Symbole der Beständigkeit. Diese Gewalt sollte den Einheimischen in einen „Wanderer“ verwandeln, der dann leichter verdrängt werden konnte, um Platz für den „Neuen Juden“ zu machen.

Diese Logik trieb auch die „Eroberung der Arbeit“ (Conquest of Labor) voran. Im Gegensatz zu anderen kolonialen Systemen, die billige einheimische Arbeitskräfte ausbeuteten, priorisierte das zionistische Projekt den totalen Ausschluss der Einheimischen aus der Wirtschaft. Wolfe argumentiert, dass der destruktive Prozess des Ausschlusses der indigenen Besitzer Palästinas die konstruktive Kraft lieferte, die die jüdische Nation aufbaute. Dieser Prozess schuf eine „goyim-reine“ (‚nichtjüdische‘-freie) Zone und führte zur Gründung zentraler Institutionen wie die Kibbuzim und der Histadrut. Der „Neue Jude“ definierte sich also durch seine Arbeit auf Land, von dem der Einheimische eliminiert worden war.

Die Logik der Eliminierung wirkt zudem durch rechtliche und kulturelle Auslöschung. Das Rückkehrgesetz verpflichtet den Staat auf eine ethnisch exklusive Einwanderungspolitik, die die Assimilation nicht-jüdischer Einheimischer strukturell verhindert. Wolfe weist darauf hin, dass Assimilation kein festes Ziel des Siedlerkolonialismus ist; sie ist vielmehr eine von vielen Strategien, um den Einheimischen als politische und territoriale Tatsache verschwinden zu lassen. Ähnlich diente die Ablehnung des Jiddischen zugunsten des Hebräischen dazu, die neue Identität von der europäischen Diaspora zu „entwurzeln“ und gleichzeitig einen Anspruch auf die antike Vergangenheit des Landes zu erheben, wobei die moderne indigene Präsenz umgangen wird. Letztlich versucht diese Logik, die physische Landschaft neu zu gestalten. 

Jaffa musste von seiner arabischen Vergangenheit und seinen arabischen Einwohnern geleert werden, damit Architekten die Region als „typische nahöstliche Stadt“ neu entwerfen konnten.

Für Wolfe sind die Geschichte von Jaffa und die Nakba keine isolierten Ereignisse; sie beweisen, dass Invasion eine Struktur ist, kein Ereignis. Die Logik der Eliminierung setzt sich heute durch die Fragmentierung des Westjordanlands, Hauszerstörungen und die Blockade des Gazastreifens fort. Das sind keine neuen Entwicklungen, sondern die fortlaufende Evolution eines Projekts, das darauf abzielt, Territorium durch die Entfernung der indigenen Präsenz zu konsolidieren.

Hier ist Patrick Wolfes Vorahnung (2006) angesichts des Genozids im Gazastreifen erschütternd:

„Nichtsdestotrotz, während die Palästinenser immer entbehrlicher werden, ähneln der Gazastreifen und das Westjordanland immer weniger Bantustans und immer mehr Reservaten (oder, was das betrifft, dem Warschauer Ghetto). Poröse Grenzen bieten keinen Ausweg.“


MACHT MIT.

WIDERSTAND IST DIE MENSCHLICHE REAKTION AUF UNGERECHTIGKEIT.

INSTAGRAM

SIGNAL

Bleib informiert!



Comments

Hinterlasse einen Kommentar