Gegen das Maccabi Spiel

Hör dir die hier gehaltene Rede an.

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Menschen aus Freiburg,

ich stehe heute hier, nicht um mich über Fußball zu beschweren. Ich glaube fest daran, dass ein Ort seinen wahren Charakter nicht durch seine Gebäude zeigt, sondern durch das, was er zulässt. Ich komme aus einer Welt, in der man gelernt hat, dass man eines niemals verlieren darf: die Fähigkeit, Mensch zu bleiben, auch wenn um einen herum alles anders aussieht.

Vielleicht klingt das für einige von euch etwas anders als gewohnt. Ich rede nicht aus Wut. Ich spreche aus Erfahrung. Wenn man Gewalt erlebt hat, erkennt man sie oft schon, bevor sie vor der Tür steht. Und wenn man Rassismus miterlebt hat, versteht man, warum bestimmte Grenzen nötig sind. Nicht aus Hass, sondern aus Verantwortung.

Genau deshalb geht’s heute um mehr als nur ein Fußballspiel. Am 22. Januar spielt Maccabi Tel Aviv gegen den SC Freiburg. Und wir reden hier nicht über irgendeine Fangruppe. Es geht um eine Gruppe, die in Amsterdam und Birmingham schon ausgeschlossen wurde, und das nicht wegen Politik, sondern wegen nachgewiesener Gewalt und offenem Rassismus.

Freiburg ist keine Stadt, die sich klein macht. Freiburg weiß genau, wer sie ist. In meinem Leben habe ich gelernt: Man soll niemanden verurteilen wegen seiner Herkunft, Religion oder Nation. Ein Mensch ist mehr als das. Aber ich hab auch gemerkt, dass man Menschen an ihren Taten messen muss, und dass Schweigen angesichts von Unrecht kein Zeichen von Frieden ist, sondern von Feigheit.

Deshalb fordern wir:

  1. Dass die Stadt Freiburg und der SC Freiburg sich dem Beispiel anderer europäischer Städte anschließen und Fans mit einer Geschichte von Gewalt und Rassismus vom Spiel ausschließen.
  2. Dass der SC Freiburg sich auf europäischer Ebene dafür einsetzt, dass internationale Sportverbände Unrecht nicht normalisieren dürfen, indem sie einfach weiterspielen.
  3. Und dass die Einnahmen des Spiels, ähnlich wie in Norwegen, den zivilen Opfern des Krieges zugutekommen.

Ich sage das als jemand, der tief an Fairness glaubt. An klare Regeln. An Respekt. Ob auf dem Platz oder im Leben.

Was in Gaza passiert, wird für viele hier nur zu einer Zahl. Für mich ist es mehr als das. Es ist ein menschliches Drama, das wir weder wegreden noch ignorieren können. Das bedeutet nicht, dass man Israelis oder Juden hasst oder sogar Fußball hasst. Es heißt einfach nur, dass man Gerechtigkeit liebt.

Ich stehe hier in dem Glauben, dass Sport mehr sein kann als bloß ein Spiel. Sport kann Brücken bauen oder aber auch dazu genutzt werden, Gewalt zu verdecken. Das ist die Realität und wir müssen sie benennen.

Ich sage es ruhig, aber mit voller Überzeugung: Freiburg ist ein Ort für Respekt, nicht für Rassismus. Ein Ort für Menschlichkeit und nicht für Verherrlichung von Leid. Ein Ort für Verantwortung, nicht für Wegschauen.

Wenn Amsterdam Grenzen setzen kann und Birmingham es kann, dann kann Freiburg es auch. Wir sind hier nicht da, um jemanden zu hassen. Wir sind hier, um das zu schützen, was uns ausmacht.

Und ganz ehrlich: Wenn ich eines in meinem Leben gelernt habe, dann das hier: Manchmal braucht es nur eine kleine Gruppe mutiger Menschen, um einer großen Gemeinschaft ihre Menschlichkeit zurückzugeben.

Danke euch!


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